Exkursion auf das Annaberger Feld
An einem sonnigen Spätsommertag machten wir uns von der Waldau auf den Weg zum Annaberger Feld. Dieses Mal waren wir insgesamt 20 Personen. Im ersten Waldstück war es erstaunlich ruhig. Dafür konnten wir die Unterschiede zwischen einem adulten und einem diesjährigen Rotkehlchen studieren. Außerdem waren mehrere Kleiber aus verschiedenen Richtungen zu hören.
Kaum waren wir am Annaberger Feld angekommen, hörten wir vom Waldrand aus hohe Rufe. Goldhähnchen? Beim Absuchen der Bäume entdeckten wir recht bald einen rastenden Baumpieper bei der Gefiederpflege. Er ließ sich über längere Zeit schön beobachten. Nebenbei entdeckten wir in Bodennähe eine weibliche Mönchsgrasmücke. Hatten wir uns am Anfang also verhört? Nach 20 Minuten kam dann die Auflösung: Zwei kleine, flinke Vögel, die sich immer nur kurz blicken ließen, konnten wir zweifelsfrei als Sommergoldhähnchen bestimmen.
Als Nächstes suchten wir die angrenzenden Wiesen gezielt nach Singvögeln ab. Geeignete Sitzwarten gab es genug, die Vögel mussten wir diesmal allerdings suchen – wir kamen am Ende auf ein Schwarzkehlchen und drei Braunkehlchen. Auf der linken Wiese flog auf einmal ein Trupp von mindestens 20 Misteldrosseln auf. So große Trupps habe ich bei Misteldrosseln erst selten gesehen, die kenne ich eher von anderen Drosselarten. In einem Baum am Waldrand entdeckten wir wenig später auch den Rotmilan.
Auch auf den Pferdekoppeln in der Nähe des Hofes waren auf den ersten Blick kaum Vögel zu sehen. Es fing mit einem Grünspecht an, der an einem Zaunpfahl hing. Auf der Wiese saß außerdem eine Bachstelze. Aus einer wurden drei, aus drei wurden sieben und aus sieben dann 23 Stück. Und zwischen den Pferden tauchten dann auch fünf Schafstelzen auf.
Auf der anderen Seite des Annaberger Feldes konnten wir einige Mehl- und Rauchschwalben bei der Insektenjagd beobachten, einige Rauchschwalben saßen auch auf dem Draht zwischen den Pfählen.
Zum Abschluss machten wir noch einen Abstecher zu dem Waldkauz, der in einer Kastanie seinen Tageseinstand hat. Für viele war das noch einmal ein richtiges Highlight. Es ist nämlich nicht einfach, tagsüber einen Waldkauz zu entdecken.
Um 11:46 Uhr waren wir dann wieder zurück an der Waldau – fast eine Punktlandung. Es war wieder einmal ein schöner und vogelreicher Vormittag am Annaberger Feld.
Jonatan Grimm
